Klimaberichterstattung in Österreichs Medien ausbaufähig

8. September 2021
Medienhaus Wien und Gallup-Institut präsentierten erste Befragungswelle zu Klimawandel und Medienrezeption.
70 % der österreichischen Bevölkerung geben an, sehr oder eher großes Interesse an Nachrichten über den Klimawandel bzw. den Umwelt- und Klimaschutz zu haben. In der Selbsteinschätzung fühlt sich gut die Hälfte (53 %) als sehr gut oder gut über das Thema informiert, 13 % eher oder gar nicht gut und 35 % mittelmäßig gut.

Jede/R dritte Befragte findet, dass dem Klimawandel zu wenig Raum in der Berichterstattung zugestanden wird. Besonders junge Menschen sind unzufrieden mit der Darstellung des Themas in den Medien und nutzen als Informationsquelle dafür eher Social Media als die Online-Präsenzen klassischer Medienmarken. Hier wäre für Nachrichtenmedien noch Raum für Verbesserung. Andrea Fronaschütz (Gallup): "Es gilt hier auch, aus der Corona-Krise eine Lehre zu ziehen: Viele junge Medienkonsumenten greifen zur Corona-Information auf die klassischen Medien zurück. Diese Nutzer kann man versuchen, mit Themen zu erreichen, die langsam wieder mehr Raum einnehmen. Gerade bei komplexen Sachverhalten wie Klimawandel sind die wichtigsten Währungen für junge Menschen Vertrauen und Glaubwürdigkeit der Quelle."

Die Umfrage zu Klimawandel und Medien war erstmals Teil des Stimmungsbarometers, mit dem Medienhaus Wien und Gallup Institut seit Frühjahr 2020 die Einstellungen der ÖsterreicherInnen zu Corona und Mediennutzung erheben. In CAW-Interviews werden jeweils 1.000 Personen, repräsentativ für die (webaffine) Bevölkerung im Alter von 16+ befragt. Bisher gab es acht Erhebungswellen im Corona-Kontext. MHW und Gallup wollen künftig aber auch die Befragungen zu Klimawandel und Medien weiterführen, um noch mehr Daten, auch für künftige Längsschnittstudien, zu sammeln.





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